Eine Auswahl interessanter Meldungen aus der liberalen welt

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Weltweite Arbeitsteilung ist ein Segen

2020-04-04

Michael von Prollius

Die Reaktionen vieler Staatsführungen auf die Corona-Pandemie zielen darauf ab, das soziale Leben weitgehend zu blockieren. Es bleibt für die Masse der Menschen nur der direkte Kontakt zu den Mitmenschen im gleichen Haushalt. Darüber hinaus gewinnen soziale Medien noch einmal an Bedeutung. Teil des sozialen Lebens sind die wirtschaftlichen Tätigkeiten. Die wirtschaftlichen Tätigkeiten haben aufgrund drastisch verringerter Arbeitszeiten bei vervielfachter Produktivität für die Masse der Menschen inzwischen beinahe eine Art Teilzeitcharakter angenommen. Zugleich erstrecken sich wie ein unsichtbares Band, geleitet von der berühmten unsichtbaren Hand, tagein tagaus über die Welt. Das Band ist tatsächlich ein weit verzweigtes Netz, kaum überschaubar, kunstvoll gewebt, von niemanden in Gänze beabsichtigt. Jeder Tag, an dem das wirtschaftliche Leben auf staatliche Anordnung ruht, geht mit menschlichen Kosten einher. An dieser Stelle soll keine Bilanz aufgemacht werden. Vielmehr möchte ich auf das Wunder hinweisen, das eine Folge vieler menschlicher Absichten und Handlungen ist und doch nicht geplant war und unmöglich planbar ist. Drei Texte bieten sich zur Illustration an: 1. "I, pencil" - einer der berühmtesten Essays über Marktwirtschaft, Arbeitsteilung und die spontane Ordnung von Leonard E. Read. Die Ausgangsfrage lautet: Wer kann einen Bleistift herstellen. Die Antwort lautet: Niemand alleine. Bei Forum Freie Gesellschaft gibt es den Hinweis auf Original und Übersetzung. Prometheus - das Freiheitsinstitut bietet zudem in Anlehnung daran einen Eintageskurs, um die Wirtschaft zu verstehen. Außerdem gibt es die Geschichte über den wunderbaren Bleistift auch für Kinder. Enno Samp sei Dank – er hat eigeninitiativ die deutsche Übersetzung übernommen: “Die Tuttle Zwillinge und der Wunderbare Bleistift” Das Buch sei aufs Wärmste empfohlen. 2. Inspiriert durch diese Erzählung hat Paul Seabright die Herstellung eines Hemdes nachvollzogen. Ich habe das an den Beginn meines Buches über die Marktwirtschaft und ihre Pervertierung gestellt. Den Textauszug kann man im vorangegangenen Blog-Beitrag "Wer organisiert die wunderbare Arbeitsteilung?" lesen. 3. Der New Yorker Bestsellerautor A. J. Jacobs hat zwei Dinge auf glückliche, ja, glücklich machende Weise verbunden: Jacobs dankt vielen Menschen, die an der Herstellung seines Morgenkaffees mitwirken, persönlich. Das sind über 1.000 und noch nicht alle. Seine Erlebnisse hat er in einem kleinen Buch zusammengefasst: Thanks a Thousand. Das Wunder der Arbeitsteilung wird auf sehr schöne Weise deutlich. Meine Besprechung ist ebenfalls auf DieBucht.Rocks nachlesbar: "Dankbarkeit – Glücksproduktion durch Entanonymisierung von Arbeitsteilung". Ich hoffe, die Corona-Krise und insbesondere die bisherige staatliche Reaktion führt vielen Menschen vor Augen, wie wertvoll und schön die weltweite Arbeitsteilung ist. Die Marktwirtschaft zu schützen, dient unser alle Wohl. Wir sind Marktwirtschaft.

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Publico

Politik, Gesellschaft & Übergänge

Fake-Nuss: Spiegel Online erfindet ein Opfer antimuslimischer Gewalt

2020-04-03

Alexander Wendt

Unter der Überschrift: „Rassismus 871 Übergriffe auf Muslime in Deutschland in 2019“ berichtete Spiegel Online am 28. März 2020 über das Ergebnis einer kleinen Anfrage der Linkspartei-Abgeordneten Ulla Jelpke zu Übergriffen gegen Muslime im Jahr 2019.

Die Zahl der Übergriffe lag 2019 etwa so hoch wie 2017 und 2018, es gab also keine Steigerung. Die Online-Ausgabe des Spiegel schrieb deshalb in der Unterzeile:
„Die Zahl der Übergriffe auf Muslime konnte 2019 das dritte Jahr in Folge nicht gesenkt werden. Inzwischen geht die Polizei stärker gegen Rechtsextreme vor.“

Bei den meisten der 871 Übergriffe, die die Bundesregierung zählte, handelte es sich um verbale Attacken. In 33 Fällen wurde Muslime verletzt. An dieser Stelle des Textes schreibt Spiegel Online etwas, was in der Antwort der Bundesregierung auf Jelpkes Anfrage nicht steht, was nicht stimmt – aber dem Text mehr Dramatik gibt:

„Bei einem Attentat auf eine Synagoge in Halle im vergangenen Oktober wurden ebenfalls zwei Menschen aus islamfeindlichen Motiven getötet. Der Täter hatte zwei Menschen an einem Döner-Imbiss erschossen, nachdem er vergeblich versucht hatte, in die Synagoge einzudringen.“

Das ist, wie der Spiegel leicht hätte herausfinden können, falsch. Richtig ist, dass der Täter Stephan Balliet, nachdem er es bei seinem Anschlagsversuch am 9. Oktober 2019 nicht geschafft hatte, in die Synagoge einzudringen, aus Wut darüber die Passantin Jana L. , die in dem Moment zufällig auf der Straße vor der Synagoge lief, aus kurzer Distanz von hinten erschoss. Balliet hatte diese Szene wie den gesamten Attentatversuch gefilmt, live gestreamt und damit dokumentiert. Nach dem Mord an Jana L. erschoss er in – nicht, wie der Spiegel schreibt, an – einem nahegelegenen Dönerladen das ebenfalls zufällig ausgewählte Opfer Kevin S.. Offensichtlich versucht das Hamburger Blatt hier den Kurzschluss ’Opfer am Döner-Imbiss gleich islamfeindliches Motiv’. Jana L. hatte mit dem Ort Döner-Imbiss nichts zu tun, in ihrem Fall handelt es sich bei der Unterstellung „islamfeindliches Motiv“ um eine reine Erfindung.

Darauf, dass der Täter annehmen konnte, der als Gast in dem Dönerladen anwesende Kevin S. sei Muslim, gibt es nicht den geringsten Hinweis. In diesem Fall ist die Annahme eines islamfeindlichen Motivs grundlose Spekulation.

Interessanterweise verzichtet der Spiegel völlig darauf, die wenig spektakulären Zahlen aus der Antwort der Bundesregierung einzuordnen – beispielsweise durch einen Vergleich mit antijüdischen Straftaten. Gegen Juden gab es allein im ersten Halbjahr 2019 laut Bundesinnenministerium 442 Übergriffe. Im Jahr 2019 kam es zu 62 hassgetriebenen Gewaltdelikten gegen Juden, bei denen 43 Opfer verletzt wurden. Es gab also 2019 deutlich mehr gewalttätige Übergriffe auf Juden als auf Muslime in Deutschland. In Deutschland leben nach Schätzungen mindestens fünf Millionen Muslime, aber nur etwa 100 000 Juden. Im Jahr 2018 zählten die jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik 96195 Mitglieder.

Jede Gewalttat ist selbstverständlich zu verurteilen und entsprechend zu bestrafen. Aber als Bevölkerungsgruppe sind Muslime nicht überdurchschnittlich bedroht. Juden dagegen schon. Ein Zufallsopfer des gescheiterten Synagogen-Anschlags von Halle nachträglich zu einem Opfer von antimuslimischer Gewalt umzuschreiben – das ist eine bemerkenswerte Fehlleistung eines Mediums, das nach dem Fall Relotius eigentlich Besserung gelobt hatte.

 

 

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Tichys Einblick

Ein Exil für Freiräume des Denkens und Träumens

2020-04-04

Matthias Matussek

In diesen Zeiten der Volkshygiene, des Abwehrkampfes gegen den bösen und tückischen Virus, in diesen Zeiten, in denen auch auf dem Feld der Gesinnung Schlachten geschlagen werden und der Gute Deutsche, wieder einmal, im Gleichschritt gegen das Böse marschiert, also gegen die Abweichung, den Widerstand, den Zweifel, die Kritik an der Obrigkeit, in diesen Zeiten, in denen man schon fast aufgeben möchte, läuft diese kleine Blondine mitten in den Feuilleton-Salon, wächst dort auf zwei Meter, stemmt die Fäuste in die Hüften und ruft: „Aufwachen, ihr Idioten, die zweite Halbzeit kommt noch“. Susanne Dagen, die Dresdner Buchhändlerin aus Loschwitz, ja, aus diesem weinberankten Hexenknusperhäuschen, hat in ihrem Verlag eine neue Buch-Reihe aufgelegt, der provokante Titel: Exil.

Der Beitrag Ein Exil für Freiräume des Denkens und Träumens erschien zuerst auf Tichys Einblick.

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