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Life sucks & is great

2020-01-26

Michael von Prollius

Im 21. Jahrhundert ist der Lebensstandard in Deutschland wie in weiten Teilen des Westens so gut wie nie zuvor. Obwohl es den Menschen erheblich besser geht ...

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Publico

Politik, Gesellschaft & Übergänge

2020 – die Bertelsmann-Zukunft ist da

2020-02-18

Alexander Wendt

Von Daniel Silbermann

Vor mir liegen 16 bedruckte Seiten, DIN A3, mit dem Datum Dezember 2006 und dem Titel „Zwanzig Zwanzig“. Ein vierzehn Jahre alter Entwurf des europäischen Lebens im Jahr 2020.

Utopien sind immer interessant, vor allem, wenn sie sich irgendwann überprüfen lassen. Angela Merkel regiert 2006 schon. Deutschland richtete die Fußball-WM aus. Eine neue Leichtigkeit schwebt über dem Land. Eine gute Zeit also, um noch unmaterialisierte Erscheinungen zu sehen, so genannte Visionen.

In diesem Fall: die Visionen eines entgrenzten und gesamtverschmolzenen Europa. Die Grundlage dafür bildeten Analysen und Projektionen, die diverse Stiftungsabteilungen nach wissenschaftlichen Verfahren angefertigt hatten. Sind Sie bereit für viele gute Nachrichten, die Flaschenpost von 2006 für uns im Jahr 2020? Dann folgen Sie mir bitte in die Welt von morgen, in der wir heute leben.

Auf dem Titelbild wässert eine junge Frau mit der Gießkanne einen symbolischen Euro- Baum, dessen grüne Blätter im Osten die Umrisse der Türkei, Weißrusslands und der Ukraine bilden. Das Traumbild eines Wirtschaftsraums. Im Westen floriert selbstverständlich das EU-Mitglied Großbritannien, fest mit dem Kontinent verbunden durch ein Ästchen des Euro-Baums.

„Trends, die schon heute erkennbar sind“

Die EU besteht in dieser Welt nicht aus 27 (ohne das ausgetretene Vereinte Königreich), sondern aus 35 Staaten. Der gesamte Balkan-Flickenteppich wurde eingemeindet und, wie bei einem komplettierten Panini-Album, in einem Rutsch auch Norwegen. Außerdem, wenn auch nicht im Bild, Island. Auf die Annexion des Oblast Kaliningrad, der russischen Exklave zwischen Polen und Litauen, verzichtete die EU von 2020 offenbar. Stattdessen ist Kaliningrad zwischen all den grünen Blättern des Europabäumchens einfach nicht vorhanden, sondern durch Ostsee ersetzt. Merkwürdigerweise leuchtet aber die Schweiz wie alle anderen kräftig grün, obwohl die Eidgenossen dieser Zukunftsidee gerade erst wieder per Volksabstimmung die Gefolgschaft verweigerten.

Aber in der Zeitung von „2020“ wird der Wild- beziehungsweise Zusammenwuchs nicht naiv glorifiziert. Es kommen auch nachdenkliche Töne vor. Gleich zu Anfang klingt ganz kurz ein Horrorszenario für die Entwicklung Europas in der langen Zeit bis 2020 an: Könnte es bis dahin womöglich „zu einem von Handlungsunfähigkeit gelähmten Mammut ohne positives Selbstbild“ werden? Nein, natürlich nicht. Nicht, wenn es sich „ganz neu erfindet“. So wie in dieser Publikation, in der die Bertelsmann-Stiftung „Trends, die heute schon erkennbar sind“ verarbeitet und „verdichtet“ hat.

Eine der fiktiven Heldinnen in der Zukunftszeitung, die vom europäischen Leben normaler und weniger normaler Menschen handelt, heißt Fiona Groenewold. Part Irish, part Kraut. Und zwar ist Fiona die große Schwester von Till Groenewold, dem bekannten Stürmer von Werder Bremen, der gerade im Endspiel der 2017/18 gegründeten European Football League mit seinem Traumtor den FC Chelsea versenkte.

Fiona selbst war auch nicht müßig. Sie stieg trotz ihrer jungen Jahre zur Unterabteilungsleiterin im Europäischen Außenministerium in Brüssel auf. In „Zwanzig Zwanzig“ bedauert sie, dass die EU zwar eine geschlossene politische Sturmreihe, aber immer noch keine „Nationalmannschaft“ der Euro-Fußballer hat. Nationalmannschaft! Wo es doch Die Mannschaft heißen muss, respektive „das EUFB-Team“.

Das politisch „Rechte“ spielt in der Zukunft von gestern praktisch keine Rolle, denn das liebste Feindbild der Vorgestrigen existiert nicht mehr: Der Islam ist 2020 komplett domestiziert, nachdem er „allmählich eine mit dem Westen kompatible Ausprägung entwickelt hat, den Euro-Islam“.

Denn die vierte und fünfte Generation der „ehemaligen Einwanderer“ präsentiert sich heute höher gebildet, weniger kinderreich, „eher aufgeschlossen für die Ideale demokratischer Gesellschaften“. Die friedliche Koexistenz der „fast 20 Prozent Muslime in der EU“ mit den Ungläubigen ist also sichergestellt, „der letzte islamistisch motivierte Terroranschlag ist fast zehn Jahre her“. Und der Berliner Breitscheidplatz zu Weihnachtszeiten ein pollerloser Platze wie andere auch.

Aufnahmekandidaten: Israel, Libanon und Marokko

Sozial, aber auch ökonomisch läuft im Bertelsmann-2020 alles bestens. Denn wir haben jetzt „in Deutschland, Italien oder Ungarn im Grundsatz dieselbe Wirtschaftspolitik“. Und ein weises Institut sorgt dafür, dass die „Integrationskraft“ der laufend erweiterten EU nie überdehnt wird: das „Center for the Optimization of Relations in Europe (CORE)“ – merkwürdigerweise in US-amerikanischer statt britischer Schreibweise.
Beim CORE werkeln Zahlen- und Statistik-Experten – ähnlich wie bei der Bertelsmann-Stiftung – , die aus den entferntesten Winkeln des Imperiums unablässig Datenströme erhalten und daraus klar ablesen können, wann sich die EU wieder erweitern kann. Jetzt heißen die Kandidaten Israel, Libanon und Marokko . Deren inzwischen eingetroffene Gesuche „werden heute EU-weit eher gelassen registriert: Die Völker Europas wissen einfach besser Bescheid über die Belastbarkeit ihres Verbundes“.

Verständlich, dass „Populisten“ auf dem Superkontinent ohne Chance bleiben. Unter anderem, weil etwa die Stadt Duisburg schon seit 2010 von einer wiedergewählten türkischstämmigen Oberbürgermeisterin regiert wird. Aber auch deswegen nicht, weil es – obwohl das Supereuropa friedlich prosperiert – von einer Masseneinwanderung aus Arabien und Afrikanern verschont bleibt.

Globale Stadt mit deutschen Untertiteln

Bei der Stiftung existierten schon damals, 2006, Abteilungen mit hervorragenden Experten des Landes für Außen-, Migrations- und andere Politikanalysen. Und die sehen auch außerhalb des Heimatkontinents als andere: Im Jahr 2020 ist Palästina ein souveräner Staat. Die USA unternehmen keine Alleingänge mehr, 2012 zogen sie sich völlig aus dem Irak zurück. Die „regionale Atommacht Iran“ agiert moderat, friedlich mit dem europäischen Wirtschaftsraum „assoziiert“. Der Nahe Osten: 2020 „etwas zur Ruhe“ gekommen. Die EU konnte „allmählich die Migrationsfrage in geregelte Kanäle lenken – und profitiert von einem überschaubaren Zustrom junger Arbeitskräfte“. Indien ist dabei, China als Weltmacht zu überholen. Die „künstlich herbeigeführte“ Energiekrise von 2016 wurde hierzulande durch „Energiesparen und alternative Energietechnologien“ überwunden!

Das ostwestfälische Orakel

Wer vermeldet 2020 diese erfreulichen Fakten täglich auf bundesdeutschen Fernsehschirmen? Kein anderer als Ulrich Rickwert, der populäre und weltgewandte Moderator des Nachrichtensenders „EU-TV“, der eigens für die Zukunftszeitung „Zwanzig Zwanzig“ erfunden und interviewt wurde. (Wobei übrigens das Stichwort Klima im Interview ebenso wie in der gesamten Zeitung keine Rolle spielt.)

An Ulrich Rickwert mit seinen seriös vorgetragenen, präventiven Optimierungen der Weltgeschichte zeigt sich heute die ganze prognostische Potenz der Bertelsmann-Stiftung: Zwar stellten sich die meisten Weissagungen des ostwestfälischen Orakels – in der Zukunftszeitung wie auch sonst – als utopistischer Schaum heraus. Die Autoren vor 14 Jahren fragen sich offenkundig noch nicht einmal pro forma, ob es in ihrem Zukunftsblick blinde Flecken geben könnte.
Aber die Glaubwürdigkeit des deutschsprachigen Qualitätsjournalismus zu Beginn der Zwanzigerjahre – die immerhin sah man in Gütersloh 2006 exakt voraus.

Ob es irgendwann eine neue Zeitung „Zwanzig Vierzig“ gibt? Schwer zu sagen. Denn der Befund des CDU-Politikers Peter Altmaier zur Gegenwart – „das beste Deutschland (und Europa), das wir je hatten“ – entspricht ja, trotz aller wenig erfreulichen Fakten, exakt der Bertelsmann-Weltbeschreibung in „Zwanzig Zwanzig“.

Was soll sich an einem Idealzustand also noch verbessern?

 

 

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Tichys Einblick

Morde in Hanau – was wir wissen

2020-02-20

Redaktion

Was ist passiert? Nach bisherigen Erkenntnissen tötete der Hanauer Tobias Rathjen in einer Sisha-Bar und in einem Imbiss in Hanau neun Menschen, und floh danach mit seinem Auto, einem schwarzen BMW, in seine Wohnung. Dort tötete er seine Mutter und sich selbst.

Der Beitrag Morde in Hanau – was wir wissen erschien zuerst auf Tichys Einblick.

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