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Staatsfunkkollaps

2020-01-05

Michael von Prollius

Wie ist den Staatsmedien beizukommen? Durch einen bürokratischen Gegenangriff! Der Ärger über den Anachronismus staatlicher Fernseh- und Rundfunktanstalten i...

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Publico

Politik, Gesellschaft & Übergänge

Die besten Journalisten 2020 stehen fest – wir gratulieren!

2020-02-19

Alexander Wendt

Am vergangenen Montag überreichte das medium magazin in Berlin die Preise für die Journalistinnen und Journalisten des Jahres. Insgesamt handelte es sich um ein Ranking von 10 Medienschaffenden. Publico dokumentiert die Platzierungsbegründungen für die ersten drei Preisträger.

Die Dokumentation dient auch dazu, allfällige Fragen, ob es sich hier um eine Satire, Parodie, Fake oder ähnliches handelt, von vorn herein zu beantworten: Nein.
Die Platzierungen und sämtliche Zitate aus der Jurybegründung sind authentisch und im Kress Report nachzulesen.

1. Platz: Annette Dittert / ARD/NDR

Begründung der Jury:

„Das ARD-Büro in London sollte ihre letzte Station als Auslandskorrespondentin werden. Sagte Annette Dittert vor fünf Jahren. Gut, dass sie es sich anders überlegt hat. Im Januar 2019 kehrte sie für eine zweite Runde an die Themse zurück, als Studioleiterin und international bestens vernetzte Korrespondentin. Ihr Publikum hierzulande weiß es zu schätzen: Ditterts Brexit-Analysen in Tagesschau und Tagesthemen sind erstklassig.
Geistreich und lesenswert auch ihre Tweets. Kaum jemand kann britische Demokratie on- und offline so gut erklären wie sie.“

Wir erfahren nicht, auf welchen Personenkreis sich das „kaum jemand“ bezieht. Schließt es auch britische Kollegen ein? Ein Bild resp. ein Video sagt oft mehr als tausend noch so geistreiche Tweets. Zumal es gar nicht so einfach ist, in Annette Ditters Twitter-Timeline unter allen Reetweets etwas zu finden, das von der Autorin stammt. Aber doch, eine ebenso luzide wie kongeniale Besprechung der letzten Anne-Will-Sendung findet sich dann doch:

Für ihre erstklassigen Brexit-Analysen in der ARD steht wie kaum etwas anderes ihr Tagesthemen-Kommentar von 2016, in dem sie erklärt, warum der Brexit höchstwahrscheinlich nie stattfinden wird, und dass Boris Johnson politisch erledigt ist.

 

 

Einen verdienten Couragepunkt extra gab es für die Garderobenwahl.
So sehr Annette Dittert auch herausragt: Sie fügt sich mit ihrer Berichterstattung über Albion Großbritannien exzellent in die deutsche Medienlandschaft ein.

Courage – das Stichwort passt perfekt als Überleitung zum Zweitplatzierten:

2. Georg Restle / ARD/WDR

Begründung der Jury:

„Ein mutiger Journalist, der sich – trotz und wegen des gesellschaftlichen Klimas (inklusive Morddrohungen gegen ihn, die sein Arbeitgeber WDR öffentlich machte) – klar gegen Rechtsextremismus positioniert und in der Hinsicht wertvolle Aufklärungsarbeit leistet. Seine Analysen und kritischen Kommentare auch zu anderen Themen des Zeitgeschehens sind eine Bereicherung.“

Georg Restle positioniert sich nicht nur in diesem gesellschaftlichen Klima zusammen mit ARD, ZDF, Parteien, Gewerkschaften, Stiftungen, NGOs und Kirchen gegen Rechtsextremismus. Er leitet auch die Hauptabteilung Aufklärung des WDR, für die er teils am Bildschirm, teils auf Twitter sendet. Im vergangenen Jahr warf Restle in seiner Monitor-Sendung Beamten der Justizvollzugsanstalt Kleve vor, sie hätten dem Häftling Ahmed A., der Feuer in seiner Zelle legte, absichtlich zu spät geholfen, sie seien also für seinen Tod verantwortlich.

 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=zB3uz9oQZoo#t=909

 

Die Staatsanwaltschaft Kleve stellte zu diesen Vorwürfen eine umfangreiche Ermittlung an, in der sie zu dem Schluss kam, dass die Vorwürfe gegen die JVA-Beamten nicht zutreffen. Bei ihrer Untersuchung befragte die Staatsanwaltschaft auch zwei Zeugen, die Monitor für seine Darstellung anführte. Beide sagten etwas anderes aus als gegenüber Monitor, und beide gaben zu Protokoll, von WDR-Mitarbeitern zu einer bestimmten Aussage überredet beziehungsweise gedrängt worden zu sein. Einer erhielt ein Informationshonorar von 300 Euro.

Im Juli 2018 demonstrierte Restle, wie sich Säulendiagramme in einer Sendung kreativ bearbeiten lassen.

Nach der Tötung eines jungen Chemnitzers durch zwei Asylbewerber im August 2018 und den folgenden Demonstrationen und Auseinandersetzungen in der Stadt twitterte Georg Restle am 28. August – ohne auf den Tod des Chemnitzers einzugehen, seine Ansichten über ein ganzes Bundesland:

„Immer wieder Sachsen. Und immer wieder die Frage, über wen man sich mehr empören soll: Die rechten Schläger? Die klammheimlichen Unterstützer? Die lauwarmen Reaktionen der Regierung? Das Komplettversagen der staatlichen Organe?“

Für seinen Vorwurf „Komplettversagen der staatlichen Organe“ in Sachsen legte er keine Belege vor.

Größere Bekanntheit erwarb sich Restle durch ein Essay, in dem er einen „werteorientierten Journalismus“ forderte. Restle prägte den Begriff „Neutralitätswahn“; in seinem Text plädierte dafür, Journalisten sollten endlich damit aufhören, „nur abbilden zu wollen, ‚was ist’.“

Und das gelingt dem WDR-Redakteur in kongenialer Weise. Den zweiten Platz belegt er hochverdient.

Gefolgt von

3. Christian Bangel / Zeit Online

Begründung der Jury:

„Das Jahr 2019 hat Christian Bangels Expertise noch einmal deutlicher nach oben gespült: Mit seinen herausragenden Stücken über Ostdeutschland und Rechtsextremismus prägt er das Image von Zeit Online als Plattform für tiefgründigen Journalismus entscheidend mit.“

Bangel hatte auf Zeit Online tatsächlich neue Maßstäbe für tiefgründingen Journalismus gesetzt, als er nach der Thüringer Landtagswahl 2019 den „Kampf um den Osten“ ausrief. In einem Beitrag schlug er eine Strategie vor, die diesen Ostkampf entscheiden sollte: „Der Osten muss besiedelt werden. Massiv.“

Und zwar mit progressiven Großstädtern und Migranten aus dem Ausland, um die Bevölkerungszusammensetzung in Thüringen und anderswo in Deutschost zu verändern:

„Wer den Osten dauerhaft stabilisieren will, der muss vor allem für eines kämpfen: Zuwanderung. Massiv und am besten ab sofort. Zuwanderung aus dem Westen, Binnenzuwanderung aus den großen Städten in die ländlichen Räume, und ja, auch gezielte Migration aus dem Ausland. Nur so gibt es auch in bisherigen Verliererregionen die Chance, stabile wirtschaftliche Strukturen aufzubauen. Und nur dann ist es möglich, dass auch dort ein Miteinander von Generationen, Milieus und Hautfarben entsteht, die eine Partei wie die AfD mit ihren weißen Hoheitsfantasien schon heute an vielen Orten Deutschlands lächerlich erscheinen lässt.“

Wenn solche Szenarien nicht von progressiven Medienschaffenden wie Bangel entworfen werden, sondern jenseits der Zeit, dann gelten sie bekanntlich als Verschwörungstheorien.

Auch die Formulierung der Jury, das Jahr 2019 habe „Christian Bangels Expertise noch einmal deutlicher nach oben gespült“, hat sich der Autor dieser Zeilen übrigens wirklich, wirklich nicht selbst ausgedacht. Er wäre auch kaum in der Lage dazu. Es steht so da.
Aber inhaltlich trifft es durchaus zu. Publico hatte schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass Christan Bangel als Gründer einer linken Raum- und Siedlungspolitik gelten kann.

Überhaupt kennen Leser jeden der drei Geehrten schon aus Publico, was für Relevanz und Gewicht der Preisträger in der Medienlandschaft spricht.

Es war uns eine Ehre, frühzeitig auf die Besten hinzuweisen.

 

 

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Tichys Einblick

Gedanken zu den Morden in Hanau

2020-02-20

Dushan Wegner

Hinweis: Dieser Essay bezieht sich auf ein aktuelles Ereignis vom 19. Februar 2020. Sollten sich im Verlauf des Tages neue wesentliche Sach-Informationen ändern, werden sie hier angepasst. Die Kommentierung aber beschreibt meinen Gedanken vom Morgen des 20. Februar 2020.

Der Beitrag Gedanken zu den Morden in Hanau erschien zuerst auf Tichys Einblick.

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